21-Minuten-Herz

Heute ist eine Menge schiefgegangen. Und wenn dies ein Tag im Sommer gewesen wäre, bei schneidenden 34 Grad und flimmernder Luft, ich hätte soooo viele Gründe gehabt, mich aufzuregen und wütend zu werden. Aber heute konnte mir kein Fahrkartenkontrolleur, kein Kopfhörerkabel, keine Sparkasse, kein Stau und keine unfreundlichen Passanten die Liebe zum Schnee verderben. Der Bus, der in einer schadenfrohem Abgaswolke vor meinen Augen davonschrammte, dem habe ich bloß hinterhergelächelt. Soll er doch fahren, ich will gar nicht mit. Stattdessen konnte ich mir doch die Zeit mit dem Schnee an der Haltestelle vertreiben ...

Und wisst Ihr was? Es ist Winter da draußen!

Freitag, 29. Januar 2010

Kostbares Gut.

Es ist immer zu spät,
Ungläubig siehst du zu.
Es ist immer zu spät,
Die Dinge sind schneller als du.
Die Zeit ist immer zu knapp,
Schreib’ deinen Brief noch heut’ und lauf,
Gib ihn heute noch ab,
Es wartet jemand darauf
Mit Bangen und Hoffen,
Die Arme weit offen.
Doch die Zeit kommt dir zuvor.
Und wieder stehst du vor
Verschlossenem Tor.
Es ist immer zu spät.

Es ist immer zu spät.
Wie du dich sträubst, egal.
Es ist immer zu spät,
Es gibt kein nächstes Mal.
Du bist so nah dran,
Steh auf, da ist ein Telefon.
Nimm deinen Mut, ruf einfach an,
So lange warten sie schon.
Du kannst sie noch erreichen,
Gib nur ein Lebenszeichen.
Ja, sofort. Ja, nachher.
Sie warten nicht mehr.
Das Zimmer ist leer.
Es ist immer zu spät.

Es ist immer zu spät, du hast es nicht gewagt,
Und dein ich liebe dich bleibt immer ungesagt.
Den versproch’nen Besuch hast du nicht gemacht,
Du hast nicht mehr an ihrem Bett gewacht,
Du hast die Blume nicht ins Haus gebracht
Vorm ersten Frost in der sternklaren Nacht.
Es ist immer zu spät.

Es ist immer zu spät,
Die Chance ist schon verpasst.
Es ist immer zu spät,
Wenn du begriffen hast.
Die Bitte zu verzeih’n,
Die du zögernd verdrängst,
Sprich sie aus und lenk’ ein,
Du wolltest es längst.
Du musst sie jetzt sagen,
Oder ewig mit dir ’rumtragen,
Deine Worte: Verzeih!
Hätt‘ ich doch ... – Einerlei.
Könnt’ ich doch noch ...

Vorbei.



Reinhard Mey | Es Ist Immer Zu Spät

Dienstag, 26. Januar 2010

In dieser stillen Welt

Montag, 18. Januar 2010

»Real Nature«

Der Seemann ist wahrhaftig kein Feinschmecker, trotzdem hat er von »MelliFee« diese zwei Weihnachtsgeschenke bekommen. Ob er tatsächlich bemerkt, welch gar extravagantes Mahl er da im Napf hat, wage ich zu bezweifeln; obwohl ich natürlich nicht mitreden kann – oder wisst Ihr vielleicht, wie so ein gefiedertes Beutetier aus dem Garten des Nachbarn schmeckt?

Futter

Freitag, 15. Januar 2010

»Lass uns hier leben!«

Winter

Dienstag, 12. Januar 2010

Im Moor

rad

Mittwoch, 6. Januar 2010

»Das war ein guter Tag!«

Oh wie glücklich wären die Menschen hier gewesen, hätte Frau Holle ihre Kissen noch für zwei Tage auf der Fensterbank liegen lassen; so konnten wir nun wenigstens den verbleibenden tapferen Rest vom Schnee auf den Wiesen und in den Gärten bewundern. Der tragische, langsam siechende Tod der weißen Decke kurz vor Weihnachten war überwunden: Bevor wir das letzte Türchen öffnen durften, war glücklicherweise so viel Schnee in dieser Stadt gefallen, dass auch die aufkommende Milde ihn nicht zur Gänze schmelzen konnte.

Aber jetzt, wo Ihr alle friedlich in Euren Bettchen schlummert, schneit es erneut! Klirrend kalt ist es da draußen, und windstill, als hätte man das neue Jahr noch für ein Weilchen aufschieben wollen.
Dabei war das Ende des vergangenen Jahres ausgesprochen besinnlich, eine Frist wäre gar nicht nötig. Die kürzeste Woche im ganzen Jahr muss nur ein wenig ungezwungen und optimistisch angegangen werden, dann verpufft die Hektik ganz schnell im winterlichen Schneegestöber.

Schlummer

»(...) Das ist ein guter Tag, der über den Dächern der Stadt aufgeht,
wie all die unerwähnten, in Erinnerung verschwomm’nen.
Denn auch über dem unscheinbarsten, alltäglichsten weht
der Hauch des Einzigen und das Versprechen des Vollkomm’nen.
Ich bin bereit, zu lernen, seine Kostbarkeit zu sehn,
mich auf ihn einzulassen und ihm jede Chance zu geben,
ich bin bereit, den langen Weg bis ans Ende zu gehn,
und bis zum allerletzten Ton den Ausklang zu erleben.
Im Wissen, dass ich eines Tages nichts anderes mehr
erbitten und ersehnen, dass ich gar nichts auf der Erde
so sehr wie einen neuen Morgen, eine Wiederkehr
des unscheinbarsten, alltäglichsten Tags erflehen werde.

Und ich weiß, was ich sag’ -
Das ist ein guter Tag!«


Reinhard Mey

Sonntag, 3. Januar 2010

Schnee-Edition!

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Heute ist eine Menge schiefgegangen. Und wenn dies...
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